HARALD KOLLEGGER

In einem Buch lese ich über den Vogel Yamabato, eine wilde Taube, die für japanische Ohren wehmütig klagt: tété poppō, kaka poppō, tété poppō, kaka poppō, tété … Tete nennen japanische Kleinkinder ihre Väter, Kaka ihre Mütter, deren Busen Poppo. Die Worte Papa und Mama gibt es im Japanischen auch, Mama bedeutet gekochter Reis, Papa hingegen Tabak. Der Tag ist gerettet. Innerhalb kürzester Zeit habe ich mich in ein Gewirr sprachlicher Fußangeln verstrickt. Schlagartig ist mir klar geworden, es ist keineswegs einfach zu unterscheiden zwischen gewusstem Nichtwissen, Nicht-Wissen-Wollen, nicht gewusstem Nichtwissen und selektiven Vermutungen. Und irgendwo da draußen lauert noch ein weiteres Monster: Nicht gewusstes Nicht-Wissen-Können.

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